Norfriesische Inseln und Halligen -Lebensart und Immobilien-

Die Nordfriesischen Inseln liegen vor der Westküste Schleswig-Holsteins im nordfriesischen Wattenmeer, einem Teil der Nordsee. Sie sind vom Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer umgeben, selbst jedoch nicht Bestandteil des Schutzgebietes. Die Inseln gehören zum Kreis Nordfriesland.

Zum Teil werden auch die dänischen Wattenmeerinseln zu den Nordfriesischen Inseln gerechnet. Diese liegen vor der Westküste Jütlands und gehören zur dänischen Region Süddänemark.

Neben größeren Inseln gibt es kleinere sogenannte Halligen, die in der Regel nicht mit Deichen vor Hochwasser geschützt sind und deren Bebauung auf Warften steht.

Anders als die deutschen wurden die dänischen Inseln nicht von Friesen besiedelt. Der Begriff Nordfriesische Inseln ist also in erster Linie ein geographischer.

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

  

 

 

  

  

 

 

 

 

 

  

 

 

Immobilienmarkt Sylt:  

 

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Zwar greifen mittlerweile die konjunkturellen Stabilsierungspro-gramme, die deutsche Wirtschaft ist aber noch immer durch die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg geschwächt. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt dürfte 2009 um rd. 5,5% schrumpfen. Dies hat weit reichende Rückwirkungen auch auf die Immobilien-nachfrage in Deutschland, denn die meisten Immobilienmärkte hän-gen sehr stark am gesamtwirtschaftlichen Auf und Ab. Allerdings lohnt sowohl die sektorale als auch die regionale Differenzierung, denn nicht alle Märkte erweisen sich als gleich anfällig für konjunk-turelle Schwankungen.

Insgesamt sind gewerbliche Immobilienmärkte, insbesondere Büro- und Industrieimmobilien, viel enger mit den gesamtwirtschaftlichen Zyklen verbunden und reagieren in einer Rezession viel heftiger als Wohnimmobilien. Als wertstabil könnten sich u.a. auch jene Woh-nungsmärkte erweisen, die über Alleinstellungsmerkmale verfügen und deren Nachfrage daher nur wenig auf konjunkturelle Schwä-chephasen reagieren. Wohnimmobilien auf der Insel Sylt könnten in diese Kategorie fallen, da viele Käufer sehr wohlhabend sind und/oder nur in geringem Umfang von Erwerbseinkommen abhän-gig sind.

Bevölkerungsentwicklung

Die Insel Sylt ist mit knapp 100 km² die viertgrößte Insel Deutsch-lands und die größte der nordfriesischen Inseln. Sie gehört zum Kreis Nordfriesland und zählte Mitte 2008 gut 21.000 Einwohner, davon gut 9.000 in Westerland. Zweitwohnsitze wurden hierbei nicht mitgezählt. Deren Zahl summiert sich noch einmal auf rd. 16.000.

Seit Anfang 2009 ist Sylt in zwei Verwaltungsbereiche unterteilt. Die Gemeinde Sylt umfasst die größte Gemeinde Westerland und Sylt-Ost. Fast drei Viertel aller Sylter leben in diesem Verwaltungsbe-reich. Das verbleibende Viertel wohnt im Amt Landschaft Sylt, den Nord- und Südspitzen der Insel.

Die Bertelsmann-Stiftung bietet Bevölkerungsprognosen für alle Gemeinden Deutschlands mit über 5.000 Einwohnern an. Gemäß diesen Berechnungen dürfte die Zahl der Einwohner in der Gemein-de Westerland bis zum Jahr 2020 leicht (-3%) abnehmen, die Ge-meinde Sylt-Ost würde ihre Einwohnerzahl in etwa konstant halten. Man muss diese Prognosedaten allerdings sehr vorsichtig interpre-tieren, da auf Gemeindeebene sehr kleine Änderungen der Annah-men große Auswirkungen für die Prognosen haben. Hinzu kommt insbesondere für Sylt, dass die Entwicklung der Einwohnerzahlen nur bedingt über die Nachfrageentwicklung auf den Immobilienmärk-ten Auskunft gibt, da die Zahl der Zweitwohnsitze bei diesen Vor-ausberechnungen nicht erfasst wird, sie jedoch offensichtlich für den Immobilienmarkt große Bedeutung hat. Tourismus: die wichtigste Branche.

 

 

19. August 2009 4

2,579

1,739

8,166

24,300

3,702

3,451

8,866

List

Kampen

Wenningstedt- Braderup

Westerland

Rantum

Hörnum

Alle wollen nach Wester-

land

2007, Zahl der Betten insgesamt 52.803

Quelle: Sylt Marketing GmbH

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1990

1993

1996

1999

2002

2005

2008

Zahl der Gäste ('000, links)

durchschnittl. Auftenthaltsdauer (Tage, rechts)

Mehr Gäste

Quelle: Sylt Marketing GmbH

Sylt lebt vom Tourismus. 2008 wurden mehr als 800.000 Gäste auf Sylt gezählt, rd. 30.000 mehr als im Jahr zuvor und fast 300.000 mehr als 1990. Die Zahl der Übernachtungen ist allerdings etwas weniger stark gestiegen als die Zahl der Gäste; der Trend zu kür-zeren Urlauben nicht nur auf der Nordseeinsel ist seit 1990 quasi ungebrochen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer hat sich bin-nen 18 Jahren um zwei Tage je Gast reduziert. Dies bedeutet nicht ein „fehlendes" Übernachtungspotenzial von immerhin 1,6 Millionen Übernachtungen, denn es kommen ja mehr Gäste, sondern es be-deutet für die Vermieter zusätzliche Kosten für die Organisation und Vermarktung. Daran wird die aktuelle Krise kaum etwas ändern.

Ankünfte, Übernachtungen und Aufenthaltsdauer im Norden Januar bis April 2009 Ankünfte: Übernachtungen: insges. Veränderung gg. Vorjahres-zeitraum insges. Veränderung gg. Vorjahres-zeitraum durch-schnittl. Aufenthalts-dauer Anzahl % Anzahl % Tage Hörnum 3.954 -1,5 20.826 4,2 5,3 Kampen 6.765 6,9 32.336 -0,3 4,8 List 3978 -0,6 20.148 -5,7 5,1 Wenning-stedt- Braderup 16.197 5,7 78.369 2,8 4,8 Gem. Sylt (Wester-land u.a.) 84.199 5,6 485.779 3,2 5,8 Schlesw ig Holstein 1.104.379 -1,4 4.043.953 -0,2 3,7 Quelle: Stat istisches Amt für Hamburg und Schleswig-Hostein

In den ersten vier Monaten von 2009 nahm die Zahl der Ankünfte und Übernachtungen um rd. 5% bzw. 3% gegenüber dem Vorjahr zu. Bisher konnte das Gastgewerbe auf der Insel noch der Rezessi-on trotzen – auch wenn es in einigen Gemeinden leichte Rückläufe gab. Es ist zwar möglich, dass gerade die teuren, innerdeutschen Destinationen durch Substitution außereuropäischer Ziele gewin-nen. Dennoch sollte man mit einem voreiligen Urteil, der Tourismus auf Sylt bliebe in der Rezession verschont, aus zwei Gründen vor-sichtig sein. Erstens müssen gerade die Urlaubsreisen während der Osterzeit weit im Voraus gebucht werden. Die Übernachtungsstatis-tik ist also zum Teil ein Nachhall der wirtschaftlichen Entwicklung. Zweitens dürfte in den kommenden Monaten der Erfolg der Ab-wrackprämie bei anderen relativ großen Konsumausgaben zu Ver-drängungseffekten führen. Das betrifft allerdings nicht das hochprei-sige Segment, wohl aber den einfachen Familienurlaub. Ein nen-nenswerter Einbruch ist für 2009 ebenfalls nicht zu erwarten. Wahr-scheinlich wird die Zahl der Übernachtungen in etwa auf dem Vor-jahresniveau liegen. Zum einen dürfte das gehobene Segment ver-gleichsweise krisenresistent sein. Zum anderen gilt auch für die Sommermonate, dass ein großer Teil der Buchungen bereits im Jahr 2008 vorgenommen wurde.

 

 

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Es ist angesichts der Größe der Gemeinde Westerland kaum über-raschend, dass die meisten Feriengäste und Übernachtungsmög-lichkeiten in Westerland registriert werden.

Immobilienmarkt Sylt

Als nördlichste Insel Deutschlands genießt die „Königin der Nord-see" einen sehr hohen Bekanntheits- und Beliebheitsgrad. Der Slo-gan – Meer. Leidenschaft. Leben – beschreibt das Besondere an Sylt. Dieses Besondere spiegelt sich auch in den Immobilienpreisen der Insel wider.

Sylt - der teuerste Immobilienstandort Deutschlands!

Der Sylter Immobilienmarkt ist keinen besonderen zyklischen Schwankungen ausgesetzt, sondern kannte in den letzten Jahr-zehnten nur eine Richtung: Nach Oben! Insbesondere für Eigen-heime im Luxussegment haben sich in der Vergangenheit die Preise in jeder Dekade annähernd verdoppelt. Seit 2002 ist der Markt zu-dem durch starke Umsatzzuwächse geprägt. Während Ende der 1990er Jahre bis 2001 der Umsatz durchschnittlich rd. EUR 250 Mio. p.a. betrug, hat sich der Umsatz in der Mitte dieser Dekade auf rd. EUR 500 Mio. erhöht. 2007 wurde beim Umsatz von Häusern, Wohnungen und Grundstücken ein bisheriger Spitzenwert von rd. EUR 620 Mio. erreicht. Auch wenn der Immobilienumsatz mit rd. EUR 570 Mio. im Jahr 2008 rückläufig war, ist trotz der aktuellen Wirtschaftskrise bislang keine negative Kaufpreisentwicklung zu verzeichnen. Daher rechnen wir auch in den nächsten Jahren mit einem weiterhin hohen Umsatzniveau. Auffallend ist aktuell der Rückgang der Kauffälle von unbebauten Grundstücken in den ers-ten vier Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Entscheidend für die Nachfrage im Luxussegment von Häusern ist die gute bis sehr gute Lage sowie eine hochwertige Bauausführung und Ausstattung. Bedingt durch den Rückgang der Kauffälle von unbebauten Grundstücken bzw. Grundstücken mit Abrisshäusern ist zukünftig von einer Verknappung des Angebotes im hochpreisigen Segment zu rechnen. Zu den gefragtesten Standorten zählen neben Kampen vor allem Braderup, Keitum sowie in den letzten Jahren auch Teile von List. Aber auch die Orte Rantum, Hörnum und Munkmarsch verfügen über Spitzenlagen am Wattenmeer bzw. in den Dünen mit Seeblick und entsprechenden Spitzenpreisen.

 

 

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List und Sonnenland (Westerheidetal und Süderheidetal)

In List, dem nördlichsten Ort Deutschlands an der Spitze von Sylt hat sich seit 2005 die rasanteste Nachfrage- und Preisentwicklung vollzogen. Nach dem Abzug der Bundeswehr erfolgte eine Sanie-rung von Hafen und Umgebung (u. a. Eröffnung des Erlebniszent-rums Naturgewalten im Jahr 2009). Dieser allgemeinen positiven Entwicklung folgte eine sehr starke Steigerung der Nachfrage nach Häusern und Wohnungen, welche zu extremen Bodenpreissteige-rungen von bis zu über 300% führte. So wurden die Bodenrichtwerte in den Ortsteilen Süderhörn und Möwengrund in den letzten beiden Jahren von EUR 215 auf 750 pro m² bzw. EUR 800 pro m² angeho-ben. Für Wattgrundstücke liegen die Preise zwischen EUR 1.500 pro m² (Ortsteil Frischwassertal und Mannemorsumtal) und EUR 2.500 pro m² (Ortsteil Mellhörn und Süderheidetal). Zu den bevor-zugten Lagen in List zählen die Straßen Mellhörn, Mannemorsumtal, Frischwassertal sowie Süderhörn und Möwengrund. Die höchsten Preise werden für Häuser mit Meerblick gezahlt. In der ersten Watt-reihe werden für freistehende Einzelhäuser auf großen Grundstü-cken im Süderheidetal bereits Liebhaberpreise von EUR 5 bis 7 Mio. gezahlt. Im Westerheidetal betragen die Preise für Einzelhäuser inzwischen EUR 1,5 bis 2,5 Mio. in Einzelfällen auch bis zu EUR 3,0 Mio. Allgemein liegen die Preise für freistehende Objekte mit groß-zügigen Grundstücken sowie Wasserblick bzw. schönen Weitblick in die Dünen- und Heidelandschaft in einer Spanne von EUR 1,5 bis 4,0 Mio.

Preistabelle in EUR EFH in guten Lagen 0,5 - 1,0 Mio. EFH* 1,5 - 4,0 Mio. DHH in guten Lagen 0,4 - 1,0 Mio. DHH* 1,5 - 3,0 Mio. RH 0,25 - 0,5 Mio. RH* 0,5 -1,5 Mio. ETW (je m²) 2.000 - 5.000 Grundstücke (je m²) 285 -1.000 Wattlagen (Mellhörn, Süderheidetal) (je m²) um 2.500 List * Mellhörn, Süder- und Westerheidetal Quelle: DB CREV

Kampen

Charakteristisch für Kampen, Deutschlands wohl prominentestes Dorf, sind die Reetdachhäuser und die attraktive Lage zwischen Wattenmeer, Heidelandschaft und Nordsee. Zahlreiche exklusive Einkaufsmöglichkeiten und hochwertige Gastronomie unterstreichen den Ruf von Kampen als exklusivster und teuerster Ferienort auf der Insel.

Preistabelle in EUR EFH in guten Lagen 3,5 Mio - 6,0 Mio. EFH in Wattlagen 12,0 Mio. - 15,0 Mio. DHH 1,6 Mio. - 3,0 Mio. DHH in Bestlagen 3,5 Mio. - 6,0 Mio. RH 1,0 - 1,5 Mio. ETW Neubau kein Angebot ETW Bestand (je m²) 8.000 - 10.000 Grundstücke (je m²) 1.500 - 2.500 Wattlagen (je m²) über 3.500 Kampen Quelle: DB CREV

Die Bodenpreise haben sich nach Auswertungen des Gutachteraus-schusses in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt und liegen derzeit im Durchschnitt bei EUR 1.750 pro m². Für die Wattlagen liegen die Preise teilweise weit über EUR 3.500 pro m².

Die beste Lage in Kampen ist die erste Wattreihe. Hierzu zählen die Straßenzüge Norderende über den Hobookenweg bis zum Oster-heideweg. In den vergangenen Jahren wurden in den Top-Lagen nach vorliegenden Informationen fast alle Grundstücke einmal ver-kauft. Der bisher einmalige Spitzenpreis von rd. EUR 23 Mio. wurde 2007 für ein Objekt an der Straße Norderende gezahlt. Preise für freistehende Anwesen in diesen Top-Lagen liegen in der Größen-ordnung von EUR 12 bis 15 Mio.

Eine hohe Attraktivität und entsprechende Anziehungskraft besitzen auch die Top-Lagen zwischen Hans-Hansen-Wai und Heideweg. Für hochwertig ausgestattete Haushälften mit über 200 m² Wohnfläche mit Heide- oder Wattblick werden hier Preise bis zu EUR 6 Mio. gezahlt.

Die Preise für Haushälften in den ruhigen Lagen abseits der Haupt-straße haben deutlich angezogen. Je nach Lage und Alter erzielen diese Haushälften zwischen EUR 1,6 und 3,0 Mio.

Auch für Objekte im Bereich der Straßen Kirchenstieg, Jürgen- Kamp-Wai und Zur Uwe Düne im näheren Umfeld des Ortskerns mit fußläufig schnell erreichbaren Shoppingmöglichkeiten und Gastro-nomieangeboten besteht eine verstärkte Nachfrage. Für freistehen-

 

 

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de Anwesen in diesen Lagen liegen die Preise zwischen EUR 3,5 und 6,0 Mio.

Wenningstedt-Braderup

Das beliebte Familienseebad Wenningstedt liegt zwischen Kampen und Westerland und geht infolge der großen Bautätigkeit seit Mitte der neunziger Jahre fast direkt in das südlich angrenzende Wester-land über. Zu den bevorzugten Lagen gehört neben Bereichen in unmittelbarer Strandnähe und um den Dorfteich, insbesondere der Ortsteil Braderup, der sich durch seine direkte Lage am Wattenmeer und am Weißen Kliff als Alternative zu Kampen mit entsprechendem Preisniveau entwickelt hat. Für die erste Wattlage liegen die Preise für repräsentative Anwesen in der Größenordnung von EUR 10 Mio. Freistehende Häuser rund um die erste Wattlage Üp de Hiir werden zu Preisen in einer Spanne von EUR 4,0 bis 7,5 Mio. gehandelt. Hochwertig ausgestattete Haushälften erzielen bis zu EUR 4 Mio. Für Grundstücke wurden bis zu EUR 2.200 pro m² gezahlt.

Preistabelle in EUR Braderup EFH (exponierte Wattlagen) um 10,0 Mio. EFH (sehr gute Lage) 4,0 Mio. - 7,5 Mio. DHH (Wattlage) 2,5 Mio. - 4,0 Mio. RH/ETW kaum Angebote Wenningstedt EFH bis 2,5 Mio. DHH 0,6 Mio. - 1,3 Mio. RH 0,5 Mio. - 0,8 Mio. ETW (Neubau) (je m²) 5.000 - 6.000 ETW (Bestand) (je m²) 2.500 - 6.000 Grundstücke Braderup (je m²) 550 - 2.200 Grundstücke Wenningstedt (je m²) 500 - 1.000 Wenningstedt-Braderup Quelle: DB CREV

Neben Westerland zählt Wenningstedt zum wichtigsten Markt für Eigentumswohnungen auf Sylt. Bedingt durch die unmittelbare Nähe zu Westerland ist die Saison für Ferienappartements nur unwesent-lich kürzer als in Westerland. Zeitgemäße Ferienwohnungen errei-chen durchschnittlich eine Auslastung von rd. 200 Tagen, in Einzel-fällen werden Vermietungsleistungen von weit über 250 Tagen er-zielt. Für hochwertige Ferienwohnungen in guten Lagen werden Preise bis zu EUR 6.000 pro m² erzielt. Luxuriöse Einfamilienhäuser um den Dorfteich erzielen bis zu EUR 2,5 Mio. Für reetgedeckte Haushälften werden zwischen TEUR 800 bis EUR 1,3 Mio. erreicht. Die Preise für Grundstücke in Wenningstedt liegen je nach Lage in der Größenordnung zwischen EUR 500 und 1.000 pro m².

Westerland

Der Ortsteil Westerland der Gemeinde Sylt mit rd. 9.000 Einwoh-nern ist das Zentrum der Insel und bildet den touristischen Schwer-punkt auf Sylt. In Westerland werden neben Zweitwohnsitzen vor allem Häuser und Eigentumswohnungen zur Kapitalanlage und Ferienvermietung erworben. Mit durchschnittlich 200 bis 250 Tagen verzeichnet Westerland die längste Vermietungsleistung auf Sylt. Im zentral gelegenen Kurzentrum werden Appartements mit Seeblick teilweise deutlich über 300 Tage vermietet. Hieraus resultieren Ver-kaufspreise für Ferienappartements von bis zu EUR 10.000 pro m². Der Höchstwert für ein Appartement im Kurzentrum lag bislang bei rd. EUR 12.500 pro m². Allgemein werden für Bestandswohnungen in Abhängigkeit von Lage und Ausstattung Preise zwischen EUR 2.500 pro m² und EUR 5.000 pro m² erzielt. Neubauwohnungen werden in der Größenordnung von EUR 4.500 pro m² bis EUR 6.000 pro m² gehandelt.

Preistabelle in EUR EFH Neubau 0,6 Mio.- 1,5 Mio. EFH Bestand 0,3 Mio. - 1,0 Mio. DHH Neubau 0,6 Mio. - 1,5 Mio. DHH Bestand 0,3 Mio. - 0,5 Mio. RH 0,25 Mio. bis 0,7 Mio. ETW Neubau (je m²) 4.500 - 6.000 ETW Bestand (je m²) 2.500 - 10.000 Grundstücke (je m²) 300 - 2.400 Westerland Quelle: DB CREV

Die begehrtesten Wohnlagen in Westerland liegen in unmittelbarer Strandnähe: Im Norden die Lorenzenstraße bzw. Lorenzenweg und im Süden der Inken-Michels-Weg sowie die Straße Gaadt. Freiste-hende Häuser werden je nach Grundstücksgröße, Baujahr, Zustand und Ausstattung zwischen TEUR 300 und EUR 1,5 Mio. (Neubau) veräußert. Die Preise für Haushälften bewegen sich ebenfalls in einer Spanne von TEUR 300 bis EUR 1,5 Mio. für exklusive, reet-gedeckte Neubauten in strandnahen Lagen.

Im Vergleich zu den anderen Gemeinden auf Sylt ist die Boden-preisentwicklung in Westerland in den letzten Jahren am modera-testen ausgefallen.

 

 

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Rantum

Rantum, mit rd. 560 Einwohnern das kleinste Dorf auf Sylt, liegt zwischen Nordsee und Wattenmeer an der schmalsten Stelle der Insel. Ein Großteil der Gemeinde liegt in den Dünen und wurde in der sylttypischen hochwertigen Bauweise mit Reetdach errichtet. In den letzten Jahren steht in Rantum, trotz der stetigen Bautätigkeit, eine sehr große Nachfrage einem zu geringen Angebot gegenüber. Es sind vor allem Objekte in den Dünen sowie auf der Wattseite gefragt. Hieraus resultieren Kaufpreise für exklusive Haushälften mit See- bzw. Wattblick bis zu EUR 2,8 Mio. Für Einzelhäuser mit See-bzw. Wattblick liegen die Preise je nach Baujahr und Ausstattung bei bis zu EUR 2,5 Mio. Ein Angebot an exklusiven Neubauten von freistehenden Häusern existiert in Rantum nicht. Ferienwohnungen unter Reet werden mit bis zu EUR 6.000 pro m² gehandelt. Das Bodenpreisniveau bewegt sich in Rantum zwischen EUR 350 pro m² und EUR 550 pro m². In den begehrten Lagen auf der Wattseite bzw. in den Dünen kosten Grundstücke ab 800 EUR pro m² auf-wärts.

Preistabelle in EUR EFH Neubau kein Angebot EFH Bestand 1,0 Mio. - 2,5 Mio. DHH Neubau 1,2 Mio. - 2,8 Mio. DHH Bestand 0,6 Mio. - 1,8 Mio. RH kein Angebot ETW (je m²) 3.500 - 6.000 Grundstücke (je m²) 350 - 550 Watt- und Dünen-grundstücke (je m²) ab 800 Rantum Quelle: DB CREV

Hörnum

Hörnum, am südlichen Ende von Sylt, verzeichnete in den letzten Jahren eine verstärkte Bautätigkeit. Insbesondere das gerade eröff-nete Fünf-Sterne-Hotel Budersand wertet, zusammen mit dem nach schottischem Vorbild angelegten Golfplatz, den Ort deutlich auf. Die gefragtesten Objekte sind reetgedeckte Einzelhäuser rund um den zweithöchsten Hügel auf Sylt am Lorenz-de-Hahn-Wai und Niels-gaat. Diese Häuser verfügen teilweise über einen einmaligen Pano-ramablick auf die Nordsee bis hin zum Wattenmeer sowie über den Ort mit dem markanten Leuchtturm. Große Häuser mit rund 2.000 m² großen Grundstücken in der so genannten Kersig-Siedlung wer-den zu Preisen bis EUR 2,5 Mio. gehandelt. Häuser auf kleineren Grundstücken bzw. Häuser ohne Meerblick kosten bis zu EUR 1,0 Mio. Das sehr begrenzte Angebot an Häusern bzw. Grundstücken in dieser Lage wird vermutlich zu weiteren Preissteigerungen führen, was sich bereits an den Bodenpreisen in dieser Lage widerspiegelt.

Preistabelle in EUR EFH bis 0,5 Mio. EFH "Kersig-Siedlung" bis 2,5 Mio. DHH bis 0,5 Mio. RH 0,25 Mio. - 0,3 Mio. ETW (je m²) 2.000 - 5.000 Grundstücke (je m²) 260 - 450 Watt- und Dünen-grundstücke (je m²) ab 800 Hörnum Quelle: DB CREV

In den übrigen Lagen werden gut ausgestattete freistehende Häuser bzw. Hausteile in der Größenordnung bis TEUR 500 gehandelt.

Der Osten Sylts mit der vom Watt eingerahmten Marsch, weiten Feldern und Wiesen hinter den Deichen, dem Morsum Kliff und weit-läufigen Rad- und Wanderwegen ist das grüne Herz der Insel. Er gehört zum ruhigeren Teil der Insel und besteht aus den Sylter Frie-sendörfern Tinnum, Keitum, Munkmarsch, Archsum und Morsum:

Tinnum

 

 

 

grenzt direkt östlich an Westerland an und ist überwiegend Wohnort der Einheimischen sowie Gewerbestandort auf Sylt. Dem-entsprechend sind in Tinnum keine wesentlichen Bodenpreissteige-rungen in den letzten Jahren zu verzeichnen. Die Preise für Eigen-tumswohnungen liegen je nach Lage und Ausstattung zwischen rd. EUR 2.000 pro m² und EUR 4.000 pro m². Häuser werden in einer Spanne von TEUR 250 bis rund TEUR 750 für hochwertige reetge-deckte Einfamilienhäuser gehandelt.

Der kleine Ort

 

 

Munkmarsch, ebenfalls an der Wattenmeerküste gelegen, ist durch den Hafen geprägt, der zeitweise der Haupthafen von Sylt war. Zu der bevorzugten Lage zählen Objekte mit schönem Watt- und Heideblick im Sönshörn, wo je nach Objektgröße und Ausstattung für exklusive Haushälften bis zu EUR 2 Mio. erzielt werden.

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Keitum

Das aus einem Fischerdorf entstandene Keitum verfügt im Ortskern über einen hohen Anteil alter Bausubstanz und somit über ein be-sonderes Flair mit vielen kleinen Geschäften und Boutiquen. Keitum profitiert von der gelungenen Verkehrsberuhigung nach dem Bau der Umgehungsstraße. Nachteilig wirkt sich jedoch der stetig zu-nehmende Fluglärm durch den nordwestlich von Keitum gelegenen Flughafen aus. Im Bereich der Immobilienpreise ist der Flugverkehr bislang nicht negativ nachgewiesen. Die Straßen Am Kliff, Kirchen-weg und Am Tipkenhoog gelten als die besten Lagen mit Wattblick in Keitum. Freistehende Anwesen auf großzügigen Grundstücken mit Wattblick erreichen Kaufpreise in der Größenordnung von EUR 5 Mio., wobei das Angebot sehr rar ist. Im Bereich der Straße Gurt-stieg liegen die Preise für freistehende Häuser bei rd. EUR 3,0 Mio. Neubauhaushälften erzielen je nach Lage und Ausstattung Preise zwischen EUR 1,0 Mio. und EUR 2,5 Mio. Alte Friesenhäuser wer-den teilweise zu Preisen bis zu EUR 3,5 Mio. gehandelt.

Preistabelle in EUR EFH in guten Lagen 1,2 Mio. - 3,0 Mio. EFH Wattlagen bis 5,0 Mio. DHH 0,5 Mio. - 2,5 Mio. RH 0,5 Mio.- 0,7 Mio. ETW (je m²) 4.000 - 6.000 Grundstücke (je m²) 500 - 800 Wattlagen (je m²) ab 1.600 Keitum Quelle: DB CREV

Das Bodenpreisniveau bewegt sich zwischen EUR 500 pro m² und EUR 800 pro m². In den Wattlagen kosten Grundstücke ab EUR 1.600 pro m² aufwärts.

Archsum und Morsum

Die Ortskerne von Archsum und Morsum sind ländlich geprägt und setzen sich aus zum Teil sehr kleinen und dörflichen Einzelsiedlun-gen zusammen. Beide Orte haben sich in den letzten Jahren als beliebte Adresse abseits des Haupttourismus auf Sylt in unberührter Naturlandschaft etabliert. Die Top-Lage in Morsum ist der Straßen-zug Üp Klef. Die Spitzenpreise für reetgedeckte hochwertige Anwe-sen auf großen Grundstücken liegen hier bei rd. EUR 4 bis 6 Mio. Eine verstärkte Nachfrage besteht in Morsum nach reetgedeckten, hochwertigen Haushälften, welche in der Größenordnung von TEUR 900 bis EUR 1,2 Mio. gehandelt werden. Eine entsprechende Nach-frage besteht auch nach alten Friesenhäusern auf großen Grund-stücken.

Preistabelle in EUR Archsum EFH 1,5 Mio. - 2,5 Mio. DHH 0,45 Mio. - 1,0 Mio. ETW (je m²) 2.500 - 4.000 Grundstücke (je m²) um 450 Morsum EFH Bahnlinie 0,45 Mio. - 0,6 Mio. EFH gute Lage bis 2,5 Mio. EFH Üp Klef 4,0 Mio. - 6,0 Mio. DHH Bahnlinie 0,25 Mio. - 0,35 Mio. DHH gute Lage 0,9 Mio. - 1,2 Mio. ETW (je m²) 3.000 - 4.500 Grundstücke (je m²) 350 - 500 Wattlagen (je m²) ab 1.500 Archsum und Morsum Quelle: DB CREV

Archsum, mit dem ländlichen Charme von weitläufigen Wiesen und Feldern, rückt ebenfalls zunehmend in den Blickpunkt vermögender Käufer. So liegen die Preise für hochwertige freistehende Anwesen in der Größenordnung von EUR 1,5 Mio. bis EUR 2,5 Mio. Haushälf-ten werden je nach Lage und Ausstattung zwischen rd. TEUR 450 und EUR 1,0 Mio. gehandelt. Archsum ist der kleinste Markt auf Sylt.

 

 

19. August 2009 10

Die Bodenpreise sind in den vergangenen Jahren in Archsum auf EUR 450 pro m² angestiegen. In Top-Lagen werden auch höhere Preise gezahlt. In Morsum wurde in großen Bereichen der Boden-richtwert auf EUR 500 pro m² angehoben. Für Wattgrundstücke wurde der Bodenrichtwert mit EUR 1.500 pro m² festgesetzt.

Fazit

Nach unserer Einschätzung ist auch zukünftig von einem stabilen Sylter Immobilienmarkt auf hohem Niveau auszugehen. Bedingt durch die fortschreitende Baulandverknappung, sowie die Bestre-bungen der Gemeinden, die Bebauungsmöglichkeiten durch Erhal-tungssatzungen bzw. verstärkte Deklarierung von Häusern zu einfa-chen Kulturdenkmälern weiter einzuschränken, wird es voraussich-tlich, insbesondere in den Top-Lagen, zu weiteren Preissteigerun-gen kommen. Natürlich dämpft die aktuelle Finanz- und Wirtschafts-krise das Preissteigerungspotenzial 2009 und ggf. auch 2010, der generelle Aufwärtstrend bleibt davon jedoch unbetroffen. Wahr-scheinlich bleiben die Preise während der Krise im Großen und Ganzen stabil.

Der Bau von Hotels im Luxussegment wie das Budersand in Hör-num, das Grand Spa Arosa Hotel List (geplante Eröffnung Mai 2010) sowie das geplante Fünf-Sterne-Hotel in Keitum sind Indikatoren für eine weiterhin positive Entwicklung der Insel auf hohem Niveau.

Vor allem in Hörnum sind, bedingt durch das neue Fünf-Sterne-Hotel mit dem angrenzenden Golfplatz, in den nächsten Jahren positive Entwicklungsmöglichkeiten zu sehen. Chancen bieten sich in List vor allem auf dem ehemaligen Bundeswehrareal.

Autoren1:

Mathias von Géczy und Christian Drescher, Immobiliensachverständige Deutsche Bank AG

Angabenvorbehalt

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Stand Juli 2009